The Switch, Groove Awards, Nairobi Chapel, Trust Concert und Kiambu

Donnerstag, 03.07.2014

Heyho, wow, in den letzten Monaten ist wieder alles mögliche passiert. Worauf ich mich persönlich sehr konzentriert habe ist Musik. Ich hab so viel gesungen und Geige gespielt und nebenbei noch geabeitet. Dies ist zudem der erste Blog Eintrag, den ich von unserem neuen Haus in Kiambu aus schreibe. Aber dazu schreibe ich später noch mehr.

Meine Mit-Praktikantin in ClubJ, Cathy, singt in einer Band, „Exalted“. Sie hatten mich schon öfter gefragt, ob ich nicht mal mit ihnen spielen möchte, aber ich hatte irgendwie nie Zeit. Der Bruder von Cathy macht eine TV-Show ("The Switch") im kenianischen Fernsehen, er ist DJ (er macht die Show sogar zusammen mit einem Freund von mir, der vor 2 Jahren mit dem KP in Deutschland war). Und die haben „Exalted“ eingeladen für sie zu spielen. Also hat Cahy mich gefragt, ob ich nicht mit kommen möchte… Am 25. Mai waren wir dann da (haben uns sogar extra Sachen schneidern lassen). Die Show fand auf einem Dach in der Nähe vom State House statt, von ungefähr 10 bis 13 Uhr. Wir haben aber nur am Anfang für ungefähr ne Stunde oder so gespielt. Es war richtig cool. Cathys Bruder musste natürlich mit meiner Geige vor der Kamera "spielen", naja hat nicht so gut gekleppt... In der Show wird vor allem Musik gespielt und zwischendurch haben wir immer mal mit der Band gespielt. Außerdem wurde auf facebook dazu aufgerufen, Geburtstagsglückwünsche zu senden (kommentieren?). Und ich musste dann natürlich in der Show die ganzen Kommentare (die meisten auf Swahili) vorlesen und wurde dabei die ganze Zeit korrigiert. Und dann musste ich noch was auf Deutsch sagen und am Ende musste ich sogar vor der Kamera tanzen… Naja, Mzungu halt… Aber es war sehr cool und interessant mal vor einer Live Kamera zu sein ;)

Seitdem haben mich die Band Mitglieder immer wieder für verschiedene Giggs gefragt, ob ich nicht mit ihnen spielen möchte. Sie sind richtig cool und wir sind gute Freunde geworden. Wir haben in einer anderen riesigen Kirche gespielt und in Mamlaka am Freitag Abend mal Worship geleitet. Mir macht es richtig Spaß Teil von einer Band zu sein und mal wieder so richtig Musik zu machen! In der nächsten Woche hat Cathy mich dann eingeladen mit zu den sogenannten „Groove Awards“ zu kommen. Das ist sowas wie die christlichen Grammys in Kenya. Es war richtig cool und riesig. Dort werden die besten und erfolgreichsten Künstler im Bereich Musik, TV, Tanz usw. ausgezeichnet. Ich kannte die Hälfte der Gewinner nicht. Es wurden auch Künstler aus Westafrika und Südfafrika ausgezeichnet. Es war ein ziemlich cooler und spannender Abend.

Ende Mai wurde ich von unserem Worship Pastor angefragt mit in Nairobi Chapel, der Mutter Gemeinde von Mamlaka, Worship zu leiten (also ich hab hauptsächlich Geige gespielt und gesungen). Nairobi Chapel ist riesig, bstimmt zweimal so groß wie Mamlaka, und Mamlaka ist schon riesig für mich. Der Gottesdienst dort findet in einem riesigen Zelt statt. Das Mitarbeiter Team besteht aus 150 Leuten. Mamlaka und Nairobi Chapel haben für zwei Sonntag einen Worshipteam Austausch gemacht. Das Nairobi Chapel Worship Team besteht aus mega guten Leuten, die auch außerhalb des Kirche erfolgreich sind. Der Worshipleiter, Pastor Nick, hat ein Stimme… die ist ein Geschenk von Gott! Wow! Ich liebe das Mamlaka Worship Team! Aber es war sehr gut mal eine Abwechslung zu haben, besonders so eine gute! Naja, auf jeden Fall war ich für einen Sonntag dort mit einer Familie aus dem Mamlaka Team und es war eine richtig cool Erfahrung mal vor so vielen Leuten zu spielen, auch wenn der Sound aufgrund des großen Zeltes nicht so gut war, wie wir es gwöhnt waren (und aufgrund der Menge an Leuten nicht so viele Snacks serviert wurden…)

Am letzten Sonntag hatten wir ein Konzert, dass zwei Freunde von mir organisiert haben. In dem Konzert ging es darum, Gott zu vertrauen. Vor dem Konzert gab es so viele Herausforderungen… erst haben die Hälfte der Vokalisten abgesagt und dann ist die Mutter einer Freunding von mir, die auch eine der Sängerinnen von „Exalted“ ist, gestorben. Es war total traurig. Die Beerdigung wurde am letzten Wochenende in Kitale gehalten. Das Problem war nur, dass die Hälfte von „Exalted“ im Konzert involviert war, also mussten wir 2 Wochen vorher eine komplett neue Band aufstellen… Naja, alles in allem war das Konzert ganz okay, das Publikum fands gut.

Im Juni ist auch mein Visum ausgelaufen. Also musste ich wieder von vorne beginnen. Ich hatte eigentlich geplant nach Äthiopien oder sogar Südafrika zu gehen, habe mich dann jedoch dagegen entschieden. Meine Gastmutter ist Psychologin und unterrichtet manchmal in den Universitäten in Nairobi. Einer ihrer Studenten arbeitet im Immigrationscenter. Sie rief ihn an und er versprach mir ein drei monätiges Visum, genau die Zeit die ich noch brauchte. Also hab ich einfach alles auf eine Karte gesetzt und gebetet, dass das dann auch klappt und das hat es dann auch. Ich bin jetzt offiziell durch mit den ganzen bekloppten Visa Geschichten und kann echt sagen, dass Gott mir echt Türen (Hintertüren) geöffnet hat, um mir den Prozess zu erleichtern ;) Ich bin echt dankbar. Die Sicherheitslage in Kenia zur Zeit ist nicht gerade die beste. Im Juni gab es schreckliche Anschläge an der Küste. Freiwillige und Touristen in Nairobi und an der Küste wurden abgezogen und zurück in ihre Heimatländer geschickt. Zurück zu gehen kam für mich nie in Frage und wird es auch nicht, bis ich meinen geplanten Flug zurück nehme. Ich könnte Kenia niemals wegen so etwas verlassen. Ich meine für uns Ausländer ist es einfach, einfach mal abzuhauen und in unsere sicheren Länder zurück zu kehren, aber für mich ist Kenia zu Hause geworden… Außerdem habe ich manchmal das Gefühl, dass von außen übertrieben wird. Ich meine es ist schrecklich was teilweise passiert ist. Und es jagt einem Angst ein, aber manchmal sollten wir aufpassen, dass wir uns nicht von der Angst regieren lassen, sondern auf Gott vertrauen. Er ist der einzige, der diese ganze Sache komplett versteht und ich vertraue ihm, dass er meine Familie, Freunde und mich hier beschützt.

Am letzten Wochenende sind wir in das neue Haus in Kiambu gezogen. Davor haben wir in Westlands gewohnt. Westlands ist ziemlich nah an Einkaufszentren und auch an der Town. Kiambu ist echt weit weg… Die letzten beiden Tage bin ich mit Matatu in die Stadt gefahren und es ist echt eine Umstellung, wenn man es so bequem hat und dann so weit weg zieht. Dann ist im Haus gestern irgendeine Wasserleitung kaputt gegangen, weswegen wir auch kein Wasser haben, geschweige denn Internet. Eine Internetverbindung kann in dieser Gegend noch gar nicht hergestellt werden. Und Kiambu ist echt kalt! Ich hab mit 4 Decken geschlafen… Aber an sich ist das Haus schön und irgendwie finde ich die neue Herrausforderung cool.

Ich bin nur noch 8 Wochen hier… Die Zeit ist so schnell vergangen, ich kanns immer noch nicht glauben!! In drei Wochen kommt die Deutsche Truppe vom KP und wir werden ein bisschen durch Kenia touren. Da freu ich mich auch schon echt drauf!

Aktuelle Gebetsanliegen: Dank für mein Visum, Dank für die wunderschöne Zeit in Kenia; Gebet für die kenianische Sicherheitslage; das Kenia Projekt; ClubJ usw…

Danke für Gebet und Unterstützung!!

LG eure Frieda

Hey There

Donnerstag, 15.05.2014

Gosh... Hab schon wieder so viel vergessen, von allem was ich in den letzten Monaten so erlebt habe. Ich hab jedenfalls viiiel erlebt, das weiß ich noch... Also ich hoffe, dass ich alles noch zusammen bekomme.

Mein Gastschwester hat uns am 5. April verlassen und ist nach Südafrika gegangen. Sie macht dort eine Bibelschule von Jugend mit einer Mission. Naja, seitdem sind nur noch Danny und Chege und ich da. Ich hab das da denk ich gar nicht richtig erfassen können, weil das erstens alles so schnell ging und dann waren da auch noch meine Eltern und mein Onkel und meine Tante, die nicht mal ne Woche später, am 11. eingetrudelt sind.

Die Zeit mit meinen Eltern war ziemlich besonders und schön. Ich war am Anfang ein bisschen nervös, weiß auch nicht wieso, wahrscheinlich wollte ich dass ihnen Kenia gefällt... Mein Gastvater, Danny und ich haben sie dann vom Flughafen abgeholt (naja, dass war auch ziemlich chaotisch...) Als ich meine Mama gesehen hab musst ich erst mal heulen ;) Naja ist auch ne ziemlich lange Zeit gewesen ohne sie. Am nächsten Morgen sind wir nach Kitale aufgebrochen. Das Kenia Projekt hat dort ein Partner Kindergarten, den wir unbedingt besuchen wollten. Nach einer 8 stündigen Fahrt sind wir dann angekommen und wurden super herzlich von den Mitarbeitern der Faith Community Church in Kitale (die betreiben sozusagen den Kindergarten) empfangen. Sie hatten alles für uns organisiert, Essen, Gastfamilien, ein kleines Programm, es war mega toll. Am Sonntag wurden wir dann dort auch im Gottesdienst vorgestellt und ich traf auch ein paar Freunde wieder, die ich noch vom Kenia Projekt aus Deutschland kannte. Am nächsten Tag wurde uns dann auch der Kindergarten vorgestellt. Es war ziemlich interessant den mal vor Augen zu haben. Es gibt dort noch sehr viel zu tun. Das Gebäude ist noch nicht fertig und das Material, dass den Lehrern zur Verfügung steht ist begrenzt. Aber es ist ein toller Ort und ich freue mich schon dort ein bisschen auszuhelfen. Wir werden mit dem Kenia Projekt im August dort ein bisschen beim renovieren helfen. Am Nachmittag waren wir noch in einer Tierfarm, wo vor allem Tiere mit Behinderungen oder Mutationen präsentiert werden (z.B eine Kuh mit 4 Hörnern und 3 Augen). Naja, war krass, wie sie die Tiere so auf dem Präsentierteller als Attraktion verkauft haben... Unsere Gastfamilie in Kitale war auch unglaublich nett, meine Eltern und ich haben uns ewig lange mit ihnen unterhalten, ich hoffe ich kann sie noch mal besuchen. Am Dienstag sind wir dann los nach Nakuru. Wir haben in einem Gasthaus von einer Kirche geschlafen, es war so cool. Leider hatte ich mir an diesem Tag irgendwie den Magen voll verdorben, weswegen ich nicht so viel mit in Nakuru unternehmen konnte...

Am Abend ist dann der Safari Führer, der uns am nächsten morgen abholen sollte vorbei gekommen und hat sich uns vorgestellt. Am nächsten morgen sind wir dann morgens um 7 Uhr aufgebrochen, um in die Massai Mara zu fahren. Wir waren ungefähr um 2 Uhr Nachmittags da. Unser Hotel war der Hammer. Blick auf die Massai Mara so weit das Auge reicht und das Essen war einfach super. Die Massai Mara ist unglaublich schön! Man sieht soo viele verschiedene Tiere und Pflanzen, die man sich sonst nur in König der Löwen oder so ansieht ;) Es war einfach toll! Auch einfach nur die Landschaft war unglaublich. Nach 3 Tagen Massai Mara, sind wir morgens aufgebrochen und wieder zurück nach Nairobi, nachdem wir noch in Massai Dorf besucht hatten, naja das war ziemlich interessant, aber die wissen, wie sie Mzungus Geld abknöpfen können... Zurück in Nairobi blieben meine Eltern dann bei mir und meiner Gastfamilie und meine Tante und mein Onkel gingen zu einem der Ältesten von Mamlaka und seiner Familie. Am Samstag besuchten wir dann ein Projekt, dass mein Cousin, als er in Kenia war mit ein paar anderen Kenianern aufgebaut hat. Neben dem City Stadium ist ein Kreisverkehr, auf dem viele obdachlose Waisenkinder „lebten“. Diese Waisenkinder wurden von dem Projekt sozusagen aufgesammelt und haben jetzt ein besseres Leben. Damit sie ein bisschen Geld verdienen, haben sie neben dem Stadion auf dem Markt eine öffentliche Toilette gebaut, wo man für 10 Schilling raufgehen kann. Außerdem haben sie im Stadion einen kleinen Kiosk, in dem sie nach Fußballspielen Chapati und andere Snacks verkaufen. Außerdem trainiert der Gründer des Projekts, Alex, sie in Streetfootball. Damit sie von der Straße wegkommen hat mein Cousin für sie eine kleine „Wohnung“ gemietet. Das ist einfach nur eine sehr, sehr kleine Welchblechhütte mit einem Doppelstockbett für 15 Jungs. Aber es ist natürlich tausend mal besser als auf der Straße. Ich war von dem Projekt ziemlich beeindruckt. Sowas auf die Beine zu stellen, erfordert echt Mut und Vertrauen. Dann am Sonntag, Ostern, wurden meine Eltern und Verwandten in Mamlaka vorgestellt. Ich war zienlich beeindruckt vom Englisch meines Vaters! Meine Eltern wissen jetzt jedenfalls, dass ich in guten Händen bin ;) Am Montag trafen wir uns mit einem der Ältesten von Mamlaka, der uns seine Kaffeeplantage zeigte. Es war voll cool mal mitzubekommen, wie Kaffee so hergestellt wird. Und dann wurde uns auch noch Kaffee verkauft/geschenkt. Am Dienstag waren wir im National Museum, naja war auch mal ganz interessant, da war ich in meinen ganzen 8 Monaten noch nicht gewesen, auch wenn es nur 15 Minuten von zu Hause entfernt ist. Am nächsten Tag gings zu den Ngong Hills mit Pastor Noel. Er war schon öfters in Deutschland und hat unter anderem auch bei meinen Verwandten übernachtet. Wir fuhren, genossen die Aussicht und hatten dann sogar Nyama Chome (geröstetes Ziegenfleisch mit Ugali und Tomatensalat, richtig genial!). Pastor Maggie und Pastor Charles (unser Senior Pastor) hatten uns am Freitag zum Essen eingeladen. Zufälligerweise war das auch gerade sein 50. Geburtstag. Die beiden waren mit Missionaren aus Mamlaka für drei Wochen in Neuseeland gewesen und erst am Vortag zurück gekommen. Am Abend ging es dann noch mit meiner Gastfamilie und meinen Eltern in ein Steak Restaurant. Am nächsten Morgen ging es dann sehr früh los, um 8:00 ging der Flug. Die Zeit war unglaublich schön und segensreich und ich vermissem mein zu Hause natürlich, aber ich bin auch froh noch hier bleiben zu dürfen.

In der nächsten Woche ging’s wieder auf Areit. Wir bereiteten einen Jugend Sonntag vor. Das hieß, dass alles, der gesamte Hauptgottesdienst vom Jugend Bereich organisiert wurde. Worship, Gottesdienst Leitung und Predigt wurden komplett von uns üpbernommen. Ich durfte mit im Worship Team sein und es hat so viel Spaß gemacht mal ein bisschen auf der Bühne abzudancen und jumpen! In der letzten Woche ist dann nicht so viel passiert. Ich hab meine Monatlichen Reports geschrieben… Das war auch echt lustig! Mein Computer hatte irgendwie einen Virus und hat sich alle zwei Stunden neu gestartet. Also hatte ich meinen Report fast fertig geschrieben, GESPEICHERT, und dann ging das dumme Ding aus und ich musste alles noch mal machen, weil alles weg war… Und das zwei mal. Naja, am Ende hab ichs dann doch irgendwie geschafft.

In meinem Department ist alles echt gut! Eine der Interns hat leider aufgehört, weil sie jetzt doch einen Job gefunden hat… Aber es ist trotzdem noch schön mit den anderen zusammen. Wir haben jede Woche ein Treffen, in dem wir sehr viel reden, Theologie, Persönliches, alles mögliche. Ich hab dadurch schon viel über mich selbst gelernt. ClubJ ist jetzt in eine größere Halle gezogen. Das heißt mehr Platz und Krach, aber auch mehr zu tun. Die Sonntage sind jetzt immer mega voll! Wir haben jetzt auch ein Lobpreis Team gestartet, das ist noch echt in seinen Startlöchern, aber wir haben ein paar Teens, die wirklich mit uns zusammen arbeiten wollen und das ist echt ermutigend. Als großes Projekt wollen wir im Juli ein Jugend Bereich Konzert machen und das wird ziemlich riesig glaub ich.

Ich persönlich bin gerade in einer Phase, in der ich wirklich mit etwas ringe. Ich organisiere ein Projekt, bei dem ich gerade ein bisschen Sorgen habe und es ist echt eine Probe für mich auf Gott zu vertrauen, dass alles so laufen wird, wie ich es hoffe oder erträume… Ich weiß durch verschiedene Begebenheiten, dass Gott möchte, dass ich dran bleibe und ihm vollkommen vertraue, aber es ist echt schwierig. Darüber habe ich auch schon einen früheren Eintrag geschrieben, weil ich in diesem Jahr so viele Situationen durchgemacht habe, wo ich einfach nur Gott vertrauen konnte und er hat immer für mich gesorgt… Ein Freund hat mir zu Weihnachten diesen Vers gegeben:

„Be still, and know that I am God…” Psalm 46,10

Gott ist so viel mächtiger, als all meine Ängste und am Ende geht es nicht um mich, sondern um ihn. Ich bete, dass ich es einfach schaffe nicht mehr nur an mich zu denken, sondern einfach ruhig zu bleiben und zu WISSEN, dass er es in der Hand hat und dass ich nur sein Werkzeug bin.

LG Eure Frieda

Aktuelle Gebetsanliegen: ClubJ und der Umzug; das Konzert, dass wir planen; das Keniaprojekt, welches im Juli/August stattfindet; allgemein für Sicherheit in Nairobi, wegen den ganzen Terroranschlägen; DANK DANK für alles was Gott mir geschenkt hat und was ich erleben darf!!

Blessed

Freitag, 14.03.2014

In den letzten paar Wochen hab ich mich in die neue Arbeitsroutine eingelebt. Es ist ziemlich interessant, ich bemerke wirklich Züge an mir, die ich früher gar nicht an mir gesehen hätte... Das wäre zum Beispiel Organisation. Wer mich kennt, weiß, dass genau das eine meiner Schwächen ist. Aber ich hab hier echt gemerkt, wenn ich in meine Arbeit keine Struktur reinbringe, gehe ich echt unter. Ansonsten macht es echt Spaß, die Interns sind super und ich hab ein tolles Team mit dem ich zusammenarbeite.

Ein Sonntag nach dem Konzert wurde das neue Intern Team in Mamlaka im Gottesdienst vorgestellt. Und am nächsten Tag gings los in Richtung Mombasa, mit dem gesamten Staff Team. Wir fuhren in ein 5 Sterne Hotel am Strand, es war echt genial (vor allem das Essen... Es gab Pasta!). Wir hatten viele Sessions, wo es vor allem darum ging, zu lernen wie man in der Kirche arbeitet und den Menschen dient, auch wie man sich verhält... Es war echt interessant und bereichernd. Wir haben in Mamlaka kleine Familien mit ungefähr so 5 bis 6 Mitgliedern, die sich immer mal treffen, für einander beten und zusammen Spaß haben. Also haben wir viele Gruppen Aktionen gemacht, zum Beispiel haben wir Waterpolo im Pool gespielt, is wie Handball, nur im Wasser und ohne irgendwelche Regeln... Kenianer sind crazy!! Aber ich hab mich einigermaßen durchgeboxt... Die Woche war richtig gut und ich hab viele kennengelernt, mit denen ich vorher nicht so viel zu tun hatte.

Dann kam März und da kam mir in den Hinterkopf, dass da ja noch ein Visum war, dass wieder verlängert werden musste... Zum Glück hatte einer der Pastoren von Mamlaka Kontakte zu einem Deutschen, der hier schon seid Jahren lebt und viele Kontakte im Immigration Center hat. Also hab ich einfach mit ihm Kontakt aufgenommen, habe ihn getroffen und ohne irgendwelche Fragen oder Aufstände hab ich die Verlängerung für mein nicht ganz legales Visum bekommen, Hallelujah! Das heißt ich werde jetzt erst mal bis Juni bleiben können und dann mach ich mir wieder nen Kopf ;)

Mamlaka hat ein riesiges Worship Team, dass einfach mega cool ist. Manchmal darf ich mit Geige mitspielen, das mögen die voll, weil es ja hier nicht so viele Leute gibt, die Geige spielen. Auf jeden Fall haben sie im letzten Jahr ein Studio im Keller eingerichtet und jetzt nehmen sie gerade das erste Album auf, haben sogar schon die erste Single rausgegeben. Auf jeden Fall bin ich jetzt auch gerade dabei für ein paar Songs aufzunehmen, das macht so ein mega Spaß!! Und ich werde öfters hintereinander aufgenommen, weswegen das ganze wie ein Orchester klingt... Soo cool!! Ich freu mich echt Teil von so etwas coolem sein zu dürfen!

Jedes Jahr wir in Mamlaka eine Gebets- und Fastenzeit vor Ostern gemacht. Einfach um für das Jahr zu beten und um die persönlich Beziehung zu Jesus zu stärke. In Deutschland fasten wir ja immer nur auf einzelne Dinge, wie Schokolade oder Facebook. Hier fasten wir jetzt drei Wochen lang jeden Tag von 6 bis 6 auf Essen. Zusätzlich hab ich mich entschieden auf Dinge zu fasten, die mich voll ablenken, zum Beispiel Filme, Youtube und so was... Ich muss immer noch daran arbeiten, das ist nämlich gar nicht so einfach. Aber ich glaube, dass Gott irgendwas in dieser mit mir vor hat und ich bin schon echt gespannt, was genau er mir mitgeben möchte. Ein Gebetsanliegen hat er schon erhört (Visum) und das stärkt mein Vertrauen in dieser Zeit noch mehr!

Meiner Gastfamilie geht es gut. Meine Gastschwester Njeri bereitet sich gerade auf ihr halbes Jahr in einer Bibelschule in Kapstadt, Südafrika vor. Meine Familie will ja auch bald umziehen, doch das Datum verschiebt sich immer wieder. Ich hab mich jetzt endgültig entschieden nicht mit umzuziehen, weil es einfach sehr sehr unpraktisch mit meiner Arbeit ist. Ich habe zwei Optionen, wo ich hingehen könnte und ich hab gerade nicht wirklich einen Plan was ich mache soll in der Hinsicht...

In den letzten Wochen war so das erste mal, dass ich realisiert habe, dass ich gerade gar nicht zurück will nach Deutschland... Also jetzt nicht aber dann auch im September nicht... Ich vermisse so viele Personen und Dinge in Deutschland, aber Gott segnet mich hier soo sehr, dass ich gar nicht weiß, wie ich das hier so einfach zurücklassen kann... Zum Glück werden ein paar Freunde von mir, die letztes Jahr mit mir Interns waren ab September nach Deutschland kommen, das ist richtig cool!

Aktuelle Gebetsanliegen sind: Dank für mein Visum; Dank für Gottes Treue in so vielen Situationen; Hilfe bei der Entscheidung mit dem Umzug; Gebet für die Kenianer, die ab September nach Deutschland kommen; eine gute Gebets- und Fastenzeit; usw.

Danke für eure Unterstützung und Gebet!

LG eure Frieda

Cheruto

Mittwoch, 12.02.2014

Heyho, wat geht. Also, eigentlich ist im Januar nicht so viel passiert. Ehrlich gesagt, war es einer der langweiligsten Monate bis jetzt... Keine Ahnung, hab nicht viel zu tun gehabt, oder gemacht... War wahrscheinlich ganz gut, um sich mal von den ganzen Strapazen im Dezember auszuruhen, weil ich da ja falls ihr euch erinnern könnt nur unterwegs war (ich hab vielleicht 4 oder 5 Tage zu Hause verbracht...)

Naja, also fast den ganze Januar hab ich als einzige Praktikantin verbracht, was eigentlich ganz gut war. Ich hab viele administrative Dinge gelernt und bin da jetzt schon ziemlich sicher, während die anderen Interns praktisch von Null anfangen müssen. Da die Sonntagschule immer Hilfe braucht und ich manchmal ehrlich gesagt nicht so viel zu tun habe, liebe ich es einfach mal runter in den „Dungeon“ (das heißt Kerker, weil das Sonntagschuloffice ein bisschen tiefer und abgelegener von den anderen Büros ist) zu gehen und Papiere zu schneiden, Bleistifte anzuspitzen oder Bibelverse abzuschreiben und aufzukleben... Die Praktikantin für die Sonntagschule, Maggie ist auch schon früher da gewesen um mitzuhelfen und das Büro aufzuräumen und zu ordnen.

Zur Zeit sagen mir einfach fast alle, wie kenianisch ich geworden bin. Das fängt schon mit der Sprache an. Mein Englisch klingt anscheinend kenianisch und auch so einige Wörter die man manchmal sagt und der Tonfall den man dabei benutzt... Und dann ist da noch die Namenssache. Ich hab von meiner Gastfamilie den Namen Wambui bekommen, da ich als zweite Tochter nach der Mutter mütterlicherseits benannt werde, die nun mal Wambui heißt (was Kikuyu ist). Dann werde ich auf der Arbeit von den meisten Cheruto genannt. Den Namen hab ich ja bekommen als ich in Kamurio war und der bedeutet, dass ich in einem weit entfernten Land geboren wurde (klingt wie im Märchen). Und jetzt hör ich sogar auf diese Namen und schreib unter Nachrichten und E-Mails „Frieda Cheruto“.

In der letzten Woche im Januar sind die neuen Interns gekommen. Am Anfang war es irgendwie ein bisschen komisch, ein bisschen steif aber auch aufregend. Die neuen wurde dem gesamten Staffteam vorgestellt. Das gute war, dass ich schon am ersten Tag alle Namen konnte. In der Woche vom 28. zum 31. Januar haben wir nur Orientierung gemacht, das meiste wusste ich zwar schon aber ich hab trotzdem nochmal mitgemacht und hab auch ein paar Sachen dazugelernt. Auch bei ihnen bin ich jetzt unter Cheruto bekannt, dank meinem Boss Pastor Mwangi. Die Arbeit mit den neuen Praktikanten ist richtig cool. Ich kann jetzt schon sagen, ich hab neue Freunde gefunden. Ich bin sehr gespannt auf das kommende Jahr und vor allem erst mal auf eine Woche Mombasa mit allen Staffmitgliedern.

In Club J haben wir eine neue Praktikantin, Cathy. Sie ist echt sehr nett, ich hab mich sofort mit ihr verstanden. Dieses Jahr haben wir mega viel für Club J geplant. Wir wollen neue Strukturen reinbringen und vor allem auch die Teenies involvieren. Ich bin wie immer echt beeindruckt von der Kreativität die Sam ans Werk legt und auch die Bereitschaft von all den Freiwilligen, ich bin sicher das Gott dieses Jahr vieles mit uns vor hat. Wir wollen etwas starten, dass wir „Flame It“ nennen. Das soll ein Talentpart in jedem Gottesdienst werden, wo wir die Teenager einfach ermutigen wollen ihre Gaben und Talente zu nutzen und zu präsentieren. Bis jetzt hat das eigentlich ganz gut geklappt.

Am Sonntag fand ein großes Konzert von einem meiner Freunde hier statt, der ein wirklich sehr guter Tänzer ist. Ich hab ihn in Deutschland beim Kenia Projekt kennengelernt. Er fragte mich ob ich nicht mit beim Worship mitmachen wollte. Ich willigte ein und das war das erste mal, dass ich vor ziemlich vielen Leuten einen Deutschen Song leiten sollte. Die Proben waren ziemlich intensiv und ich hatte die ganze Zeit ziemlich Angst vor dieser neuen Situation. Aber ich lernte richtig viele neue tolle Leute dabei kennen und hab auch alte Freunde wiedergetroffen. Allem in allem war das Konzert ein riesen Erfolg. Ich war sehr beeindruckt von dem was Sam da auf die Beine gestellt hat. Und ich bin sehr ermutigt, wenn ich sehe wie er sich von Gott mit seinen Gaben und Talenten benutzen lässt.

Am Sonntag ist eine meiner deutschen Freundinnen hier nach Hause geflogen. Ich werde sie ziemlich vermissen, weil sie für mich auch ein Stück Verbindung zur Heimat war und eine sehr gute Freundin geworden ist. Aber um so mehr merk ich, wie tolle und gute Freunde ich hier kennengelernt habe. Ich weiß noch als ich hier her gekommen bin und mir nicht vorstellen konnte, dass ich überhaupt irgendwelche Freunde finden würde... Ich weiß, dass hört sich dumm an, aber das war so eine Unsicherheit, die ich einfach nicht ablegen konnte. Doch die Leute hier sind für mich ein echter Segen und ich danke Gott für jeden einzelnen.

Meiner Gastfamilie geht es so weit ganz gut. Ich freue mich sehr Teil von ihr sein zu dürfen, und nicht nur von den Kagundas, wo ich wohne, sondern auch von deren Verwandten. Ich hab so viele neue Cousinen und Cousins. Das einzige, was mir gerade ziemliche Kopfschmerzen bereitet, ist dass meine Familie wahrscheinlich Ende diesen Monats umziehen will. Und zwar ziemlich weit von der Innenstadt und so mit auch von Mamlaka entfernt. Ganz ehrlich, ich will da nicht hinziehen. Das Haus ist wunderschön und der Garten ist riesig groß, aber es fahren keine Matatus in die Richtung (oder jedenfalls sehr wenige) und ich werde immer abhängig sein. Und gerade jetzt möchte ich auf keinen Fall abhängig sein. Ich hab eine Alternative, aber ich weiß nicht ob ich meine neue Familie hier so einfach verlassen möchte...

Aktuelle Gebetsanliegen: die neuen Interns und unsere Arbeit hier; ClubJ und unsere Pläne, Gottes Segen; das Kenia Projekt; Meine Gastfamilie; der Umzug, eine richtige Entscheidung; Staffretreat in Mombasa;...usw.

 

Danke für eure Unterstützung!!

 

LG eure Frieda

 

PS: Das ist jetzt ein Anliegen, wo ich dachte, dass ich ja mal meine deutschen Freunde um Hilfe bitten könnte. Und zwar müssen die Interns alle Spenden sammeln, um sich über das Jahr finanzieren zu können, da Praktika in Kenia nicht vom Staat unterstützt werden. Also wollte ich einfach mal nachfragen, ob jemand Interesse hätte, einen von ihnen vielleicht finanzielle Unterstützung zu geben. Falls jemand Interesse hat, schreibt mich einfach unter frieda@mamlakahillchapel.org an. Asante sana na baraka!

Happy New Year

Dienstag, 14.01.2014

Happy New Year! Naja kommt wohl etwas spät... aber trotzdem. In den letzten Tagen ist eigentlich nicht so viel passiert... Aber das ist wohl im Januar so. Alles erholt sich ein bisschen vom Weihnachtsstress. Wenn ich so über das letzte Jahr nachdenke, welches wirklich wie im Fluge vergangen ist, gibt es so viele Dinge für die ich im nach hinein echt dankbar bin. Ich hab Silvester hier ziemlich anders erlebt, als ich es gewohnt bin. Und ich kann sagen, es wird jetzt wirklich Sommer, der Regen hat so ziemlich aufgehört.

Aber von Anfang an. Also, ich hab ja gesagt, dass wir keine Weihnachtsgeschenke vergeben haben. Falsch gedacht. Nachdem wir aus Tansania wieder gekommen waren machten wir einen Familien-Weihnachtsgeschenk-Austausch-Tag. Also zog jeder los und kaufte den anderen ein kleines Geschenk zu Weihnachten. Am Abend des 30. Dezember war dann die Bescherung, auch mal was anderes. Besonders Danny freute sich über seine neuen Spielsachen.

Am 31. kamen dann Njeris Cousinen Shiko und Ikah und wir feierten zusammen ein gemütlichen Start ins neue Jahr mit Pizza und viel Tanz. Zu Silvester hab ich vor allem das Feuerwerk vermisst... Es ist nämlich nur erlaubt Feuerwerk zu zünden, wenn man eine Lizenz hat... Naja wir haben es irgendwo knallen gehört. Was wir allerdings gemacht haben, ist, dass wir um 0 Uhr alle rausgestürmt sind und wie verrückt rumgeschrien haben. Dann gabs noch eine Gebetsrunde.

Am 1. Januar war Dannys 4. Geburtstag. Wir verbrachten den Nachmittag bei einer Tante mit allen möglichen Verwandten. Dann gingen wir noch schnell ein paar Geschenke für das Geburtstagskind kaufen und am Abend durfte Danny mit Hilfe seiner 2 Jahre älteren Nichte ;) einen Kuchen anschneiden und Geschenke auspacken. Ich fand es einfach so toll ihm dabei zuzusehen, wie glücklich er dabei aussah. Allgemein ist Danny eine richtige Freude für mich, mein kleiner Bruder. Manchmal sagt er total lustige und süße Sachen oder wir spielen und lachen einfach nur zusammen. Und jetzt ist er schon 4... Meine Muddi hat mir zu Weihnachten ein riesen Paket voller Süßigkeiten geschickt, was er natürlich sofort herausbekommen hat. Und jetzt fragt er mich jeden Tag nach Schokolade... Naja ich würde das alles eh nicht alleine schaffen.

Am letzten Dienstag hat die Arbeit wieder angefangen und die erste Arbeitswoche ist schon rum. Ich bin jetzt bis Ende Januar die einzige Praktikantin. Ich bin ehrlich gesagt richtig gespannt auf die anderen... Aber ich hoffe auch, dass die Gruppe genauso toll wird, wie die letztes Jahr. Aber allgemein gibt’s im Januar, wie gesagt nicht so viel zu tun... In der Woche hatte ich immer mal Besuch von Freunden, war mit ihnen essen und es war gut zu wissen, dass ich schon ne richtig gute Freundesgruppe habe. Am Sonntag waren Sam und Jotham beide im Hauptgottesdienst, weswegen ich ClubJ so ziemlich alleine geschmissen habe. Zum Glück hat mir ein Freund ein bisschen geholfen, und trotz großer Angst davor, hat es doch erstaunlicherweise ziemlichen Spaß gemacht. Ich bin mal gespannt was dieses Jahr so im Teeniebereich bringt, Sam hat großes vor und ich bewundere ihn echt für seine Kreativität!

Wenn ich so zurückdenke, ist es erstaunlich wie schnell die Zeit vergangen ist... Ich hab so viel erlebt und es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, dass... ich meinen letzten Schultag im März hatte, ich meine Abiprüfungen hinter mich gebracht habe, ich einen wunderschönen Sommer mit dem Kenia Projekt hatte, mein Opa gestorben ist, ich nach Kenia gegangen bin... Und ich bin Gott so dankbar für die Dinge die er mir gegeben hat... Ich sehe seinen Segen in so vielen Situationen, guten wie schlechten. Wenn ich was gelernt habe, dann das Gott mich auserwählt hat und dass ich ihm immer vertrauen kann, weil er einen Plan für mein Leben hat (auch wenn's manchmal echt nicht so aussieht...) Ich wünsche euch allen ein wunderbares und gesegnetes Jahr 2014!

Aktuelle Gebetsanliegen sind: ClubJ; die neue Interngruppe; meine Gastfamilie, die bald umziehen will; Dank für wunderbare 4 Monate; usw.

LG eure Frieda Cheruto Wambui :P

Dezember

Samstag, 28.12.2013

Der letzte Monat war wahrscheinlich, der seltsamste Dezember, den ich je erlebt habe. Und das beginnt schon mit dem Wetter. Hier ist es jetzt nämlich Sommer. Obwohl alle sagen, dass der Dezember dieses Jahr ganz schön kalt und regnerisch ist (das stimmt) fühlt es sich doch ziemlich komisch an, irgendwie wie April oder Mai...

Die Woche nach dem das mit meinem Visum war, sind wir nach Mombasa gefahren. Und zwar waren wir in einer Villa am Strand mit Pool... Was will man mehr?? Die Woche war wirklich sehr relaxed. Weil die Sonne mega heiß war konnte ich in der Mittagszeit nicht so viel rausgehen. Mit uns waren die Cousine und der Cousin von Njeri dort, Ikah und Tito. Wir hatten richtig viel Spaß zusammen. Leider sind wir nicht direkt in Mombasa gewesen, also hab ich leider nicht viel von der Stadt mitbekommen. Aber es war trotzdem genial. Die Zeit verging wie im Flug, wie das so ist bei Strandurlauben... Als wir wieder nach Nairobi aufbrachen ging unser Auto auf halbem Weg im Nirgendwo kaputt. Und zwar so, dass wir nicht vom Fleck kamen. Zum Glück zog uns irgendein Inder mit seinem Auto in die nächste Stadt Voi. Dort bekamen wir dann die Nachricht, dass der Motor komplett kaputt war. Nicht so gut... Wir haben dann einfach den nächsten Nachtbus nach Nairobi genommen und kamen am Sonntagmorgen um 3 Uhr an.

An diesem Sonntag, dem 15. Dezember, war das jährliche Kindermusical, wo ich auch mitgeholfen hatte. Leider verpasste ich aufgrund dieser Autopanne die ersten beiden Aufführungen. Aber das was ich noch mitbekommen habe war wirklich sehr gut gemacht. Ich war richtig stolz auf die Kinder. Am Nachmittag hieß es Sachen waschen, denn am Montag gings los zum Camp 360.

Camp 360 ist ein Jugendcamp von allen Schwestergemeinden von Nairobi Chapel, wozu auch Mamlaka Hill Chapel gehört. Von unserer Gruppe, Club J (Jesus), waren ungefähr 40 Leute mit dabei. Insgesamt kamen 194 Teenies zum Camp. Ich war eine der Mitarbeiter, wir waren ungefähr 30. Jeder Mitarbeiter bekam ein Schlafraum und eine Kleingruppe zugeteilt. Diese Zeit war richtig gut für mich um Kontakte mit den Leuten zu knüpfen. Das Thema lautete: „This means war“ („Das heißt Krieg“- die Übersetzung klingt echt komisch). Es ging vor allem um den geistlichen Krieg, den jeder von uns führt. Das wurde auf die Stelle in der Bibel im Epherserbrief Kapitel 6 bezogen, in dem es vor allem um diesen Kampf geht. Diese Stelle in der Bibel hat in den letzten Monaten für mich eine richtig neue und wichtige Bedeutung bekommen, weil wir das als Predigt Reihe in Mamlaka, dann auf einer Konferenz in Nairobi Chapel und dann auch beim Camp 360 durchgenommen haben. Wir hatten 10 Kleingruppen beim Camp. Jede Gruppe hatte einen Namen der irgendwie was mit Militär zu tun hatte. Meine Gruppe war die KDF (Kenyan Defence Forces oder so ;)). Ich hatte wirklich eine tolle Zeit mit meiner Gruppe. Obwohl ich nicht viel älter war als die meisten von ihnen haben sie mich als Mitarbeiterin anerkannt und wir hatten eine Menge Spaß und mega gute Gespräche. Jeden Morgen um 5.45 Uhr (ja irgendwie weiß ich auch nicht, warum die das so früh machen mussten ;)) gab's Morgensport und Gymnastik. Jeder musste teilnehmen, wer müde oder „faul“ war musste Liegestütze machen... Ich bin so froh, dass ich eine Mitarbeiterin war, wir mussten nicht zwangsläufig mitmachen, was ich zugegebenermaßen ziemlich ausgenutzt hab... Jeden Abend gab's eine Gemeinschaftsaktion. An einem Abend war ein Worshipkonzert. Es war wirklich sehr berührend, ich glaube ich habe vorher noch nie so viele Leute gesehen, die sich bekehrt haben. Gott hat wirklich sehr in die Leben dieser Jugendlichen und auch in mein eigenes gesprochen. Am letzten Abend veranstalteten wir eine Talentshow. Genauso berührend, ich war manchmal richtig geschockt wie viel Talent jemand haben kann... Auch Leute von den man das nie gedacht hätte, was mich ziemlich beeindruckte. Alles in allem war das Camp richtig gut, nicht nur für die Jugendlichen sondern auch für uns Mitarbeiter. Ich glaube, dass niemand nach Hause gegangen ist, so wie er gekommen war.

Am Freitag, dem 20. Dezember war unsere Mamlaka Staffteam Weihnachtsfeier. Jeder bekam ein Geschenk und wir haben uns von denen verabschiedet, die ab nächstem Jahr nicht mehr dabei sind, also die Interns ;( und Pastor Sammy, der nächstes Jahr in Nairobi Chapel arbeiten wird. Mir ist richtig bewusst geworden, wie sehr mir jeder von ihnen ans Herz gewachsen ist. Ich bin schon mal gespannt, was das nächste Jahr so bringen wird.

Am Montag, dem 23. Dezember war unsere Reise nach Tansania geplant. Am Samstagabend entschieden wir, dass ich mit Njeri und ihrer Tante schon einen Tag früher fahren sollte, weil die Tante Bürgerin in Tansania ist, was es mir leichter machen würde ein Visum für Tansania zu bekommen. Also fuhren wir schon am Sonntagmittag los. Ich hatte ehrlich gesagt ziemlich Angst, dass das nicht klappt, weil ich auch schon Geschichten über andere gehört hatte, die nicht nach Tansania gekommen sind und aus Ostafrika raus mussten. Also war ich mir nicht wirklich sicher, wie das wird. Als wir an der Grenze waren, sagte der Beamte wirklich, dass das eigentlich nicht erlaubt ist und dass ich aus Ostafrika raus muss... Ich erklärte ihm meine Situation und dann meinte er, dass er mir ein Visum gibt, für 150 Dollar. Zufällig hatte meine Gastmutter mir vor ein paar Wochen 100 Dollar geschenkt, wegen meinem Mastercardproblem. Gottes Wege sind manchmal so witzig... Das hat mir mal wieder gezeigt, wie wenig Vertrauen ich eigentlich hab. Er hat das Geldproblem dafür genutzt mir ein Visum zu geben... Macht mich irgendwie ein bissel sprachlos... Naja, ich hab das Geld bezahlt und ein Visum bis März bekommen. Dafür bin ich danach illegal nach Tansania gegangen, weil wir dort Weihnachten gefeiert haben. Allgemein hat der Beamte mit dem Visum geschummelt. Ich war jetzt nämlich angeblich von November bis Dezember in Tansania und hab dann ein neues Visum für Kenia bekommen (deswegen waren es 150 Dollar). Naja mir egal ob es geschummelt ist, so lange es funktioniert... Die nächsten drei Monate mach ich mir erstmal keine Sorgen mehr um mein Visum...

Weihnachten in Afrika ist wirklich ziemlich anders, als bei uns. Ich muss ehrlich sagen, dass ich überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung war. Das Wetter ist nicht kalt genug, es gibt keine Weihnachtsmärkte und die wenigen Lichterketten, die irgendwo zufällig rumhängen sehen bei dem Wetter seltsam aus... Ich vermiss die deutsche Adventsstimmung ziemlich. Ich vermiss es warme Klamotten zu tragen, nach Hause zu kommen und sich aufzuwärmen, Schokofrüchte, Glühwein... Allgemein wird hier zu Weihnachten zum Glück nicht so einen großen Wert auf Geschenke gelegt. Es geht eher um Familienbeisammensein. Wir waren also zu Weihnachten in Tansania bei der Tante von Njeri. Sie wohnt in Arusha, was nicht sehr weit von der kenianischen Grenze entfernt ist. Die ersten beiden Tage waren nur wir Mädels dort und machten buchstäblich nix. Mal so richtig Ferien. Mit uns waren noch 2 Cousinen von Njeri dort, Ikah, die auch mit in Mombasa gewesen war und Shiko, die eigentlich in Chile wohnt und über Weihnachten spontan nach Kenia gekommen war. Wir backten und dekorierten ein bisschen, aber irgendwie fühlte es sich überhaupt nicht wie Weihnachten an, was auch der Mini Plastik Weihnachtsbaum nicht ändern konnte. Am 24. Dezember kam dann der Rest der Familie und wir hatten einen gemütlichen Heilig Abend, ohne Geschenke natürlich. Am 25. Dezember machten wir nicht viel. Es gab sehr viel leckeres Essen zum Mittag. Nicht wie bei uns Ente mit Grünkohl, sondern Nyama Choma (geröstetes Ziegenfleisch) und ganz viel Gemüse mit Ugali. Fühlte sich an wie ein Grillnachmittag im Sommer... Am 27. machten wir einen kleinen Ausflug in einen Schlangen-/Reptilienpark in der Nähe von Arusha. Ich genoss die Familienzeit richtig, ganz ehrlich, ich vermisste zu Hause gar nicht so doll deswegen. Und nebenbei hatte ich mal ne Schlange um meinem Hals und auf meinem Kopf. Am 28. gings dann zurück nach Kenia. Beim Grenzübergang bin ich einfach im Auto geblieben, die haben mich nicht kontrolliert und jetzt bin ich endlich wieder legal in Kenia und muss mir bis März keine Sorgen mehr machen ;)

Über die Weihnachtstage hatte jeder die Aufgabe jemanden in irgendeiner Weise zu beschenken. Dabei wurde mir eines klar: Es kommt nicht darauf an wo oder in welcher Kultur man Weihnachten feiert, denn es geht ja nicht um Geschenke oder Schnee, Schokolade oder einen geschmückten Weihnachtsbaum, sondern darum, dass Jesus, Gottes Sohn in unsere Welt gekommen ist und Licht in unsere Dunkelheit gebracht hat. Ich weiß, dass das eigentlich jedes Kind wissen sollte, aber hier in dieser fremden Weihnachtsstimmung ist mir noch mal bewusst geworden wie viel Schnick Schnack (der toll ist!!) wir zu Weihnachten als wichtig empfinden, der manchmal die eigentliche Bedeutung von Weihnachten überdeckt. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Schokoladenweihnachtsmänner und Geschenke, aber neben all dem sollte man nicht vergessen, was Jesus für uns getan hat. Alles in allem war es mal eine Erfahrung wert hier Weihnachten zu feiern.

Aktuelle Gebetsanliegen sind: das neue Jahr und dessen Herausforderungen; die neue Interngruppe; meine Familie hier; mein Visum, das echt nervenaufreibend ist!; Dank für die ersten 3 Monate und die gute Zeit hier!; usw.

LG eure Frieda

Hotel in MombasaSonnenaufgang am StrandKunst im SandMombasaStrandIndischer OzeanGrillparty zu WeihnachtenWeihnachtsbaum...Ich und mein Weihnachtsgeschenk

 

I Believe

Donnerstag, 05.12.2013

Heey sasa guys? Oh man ich hab mich so lange nicht gemeldet, es ist soo viel passiert, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll (haha ich weiß nicht mal wo ich aufgehört hab...). Mir geht’s gut, ich war ganz schön busy in den letzten Wochen.

Wie ihr euch sicherlich erinnern könnt wurde ich ja gefragt, ob ich in der Sonntagschule helfen könnte, weil da ganz schön was los ist. Zuerst war ich ein bisschen skeptisch, weil ich gehört hab, dass das wirklich das stressigste Department überhaupt ist. Wie dem auch sei, ich willigte ein und begann dann also am Mittwoch, dem 13. November im Sunday School Department. Joy ist die Praktikantin in der Sonntagschule und sie erklärte mir alles. Es gibt ungefähr 8 verschiedene Gruppen in der Sonntagschule, welche in Altersklassen eingeteilt sind. Jede Gruppe hat einen Korb und ein Materialienheft. In dem Heft stehen die verschiedenen Lektionen und was man alles dafür braucht. Das Material packt man in die Körbe, sodass die Lehrer am Sonntag nur die Körbe öffnen müssen und dann unterrichten können. Ich musste gefühlte tausend Papiere zur Vorbereitung zerschneiden, Bleistifte und Buntstifte anspitzen und Bilder ausmalen... Es war wirklich viel los. Am Freitag geht Joy immer für die Sonntagschule einkaufen. Diesmal ging ich mit und es dauerte eine Ewigkeit und danach hatten wir einen immensen Haufen von Tüten zurück zur Kirche zu bringen. Es war wirklich viel zu tun. Und sonst macht Joy das alleine... Am Sonntag musste ich noch nicht unterrichten, aber hab geholfen wo ich konnte.

Am Montagabend, dem 16. wurde ich spontan gefragt, ob ich nicht Lust hätte in dieser Woche zu einer Konferenz in der Nairobi Chapel zu gehen. Ich sagte spontan zu und ich muss sagen es hat sich sehr gelohnt. Die Konferenz hieß „Varitas“ (irgendwas mit Wahrheit, das ist Latein für die, die es nicht in der Schule hatten ;)) und es ging um den Epheserbrief im neuen Testament der Bibel. Es war unglaublich interessant, der eine Prediger war extra aus einer großen Gemeinde irgendwo in Amerika gekommen und sagte unglaublich wichtige und richtige Dinge. Ich lernte sehr viel davon.

Als die Konferenz vorbei war, half ich weiterhin in der Sonntagschule. Am Freitag machten wir, ein paar von den Interns einen Trip zum Toi Market. Es war soo cool, ich hab mir 5 T-shirts, zwei Hosen und einen Badeanzug für 700 Schilling, das sind ca. 6 Euro!!, gekauft.

Nach diesem Einkauf wollte ich mir bei einem Supermarkt, wo Geldautomaten standen ein bisschen Geld holen. Ich steckte also meine Karte in den Automaten und wartete, und wartete, und wartete... Nichts. Der Automat war hängen geblieben. Das war mir vorher schon zwei mal passiert und ich war ziemlich wütend. Der Automat fuhr herunter und wieder hoch, aber meine Karte blieb in dem Ding stecken. Vorher war sie wenigstens nach 20 Minuten oder so wieder rausgekommen. Der Typ, der da als Wachmann stand gab uns seine Nummer, um Bescheid zu sagen, wenn die das Ding aus dem Automaten holen. Ich war so sauer, dass ich kaum sprechen konnte... Als ich meiner Muddi Bescheid sagte, ließ sie die Karte sperren, das wenigstens keiner mein Konto abräumen konnte. Aber ich hatte keine Möglichkeit an Geld ranzukommen. Und hier zeigt sich, dass ich hier wirklich sehr gute Freunde gefunden habe! Voll viele gaben mir einfach Geld, um mich zu unterstützen, weil ich wirklich ziemlich blank war... Es viel mir ziemlich schwer das anzunehmen muss ich ehrlich sagen. Aber ich hab einfach gemerkt, dass Gott sich sehr um mich kümmert. Ich werde jetzt eine neue Karte bekommen, bis dahin hab ich noch genug Geld um durchzukommen.

Am Samstag, dem 21. November war ein Casting für das Sunday School Musical, welches am 15. Dezember aufgeführt werden soll. Am Montag fuhren wir Interns mit unseren Chefs Pastor Mwangi und Pastor Sammy auf ein Retreat (Erholungswoche?) in ein Hotel in der Nähe des Mount Kenya. Es war eine sehr gute Zeit, wir reflektierten viel über die vergangenen Monate und gaben uns gegenseitig Feedback. Ich muss ehrlich sagen, dass diese Leute mich ganz anders sehen, als ich mich je sehen würde. Ich danke Gott, dass er mir dadurch Seiten von mir zeigt, die ich so nie an mir gesehen hätte... Außerdem hatten wir echt viel Spaß zusammen und wuchsen in der Gruppe nochmal ein Stück zusammen.

Am Donnerstag fuhren wir zurück und am Freitag war ich mit bei den Proben für das Musical. Es machte sehr viel Spaß die verschiedenen Lieder mit den Kindern zu üben und mal ein bisschen Autorität raushängen zu lassen ;) Manchmal sind die Kinder wirklich sehr stressig und laut und hören einfach auf gar nichts was man ihnen sagt. Das ist manchmal ein bisschen anstrengend, besonders für Joy, die das ganze leitet. Aber die Kinder machen Fortschritte und es wird denk ich mal eine gute Präsentation werden.

So und nun kommen wir zum schwersten Kapitel dieses Blogeintrags. Gestern wollte ich mit meinem Gastvater mein Visum verlängern lassen. Wir trafen uns also, ich ließ extra noch Passfotos machen, und gingen zusammen zum Nyayo House in Nairobi. Mein Visum läuft diese Woche aus und eigentlich ist es immer so gewesen, dass sie Visa für drei Monate auf 6 Monate verlängern, also war ich zwar aufgeregt, machte mir aber nicht so große Sorgen. Als wir nun dort standen und der Typ an dem Schalter mein Visum betrachtete, meinte er nur ganz kurz und knapp, dass sie neuerdings solche Visa nicht mehr verlängern. Mein Gastvater kannte jemanden, den er daraufhin anrief und der ihn am nächsten Tag treffen wollte. Ich ging ins Office, weil ich ganz schön verstört war... Ich betete viel, weil ich das irgendwie nicht so ganz verstehen konnte, warum mir so was passiert. Dann stellte sich heraus, dass tatsächlich innerhalb der letzten Wochen das Gesetz geändert wurde und die das wirklich nicht mehr verlängern. Ich hab jetzt 3 Wochen Verlängerung bekommen und muss dann das Land verlassen, also zu Weihnachten... Zufälligerweise hatte meine Gastfamilie sowieso vor zu Weihnachten nach Tansania zu Verwandten zu fahren. Wenn ich mein 3 Monate Visum bekommen hätte, dann hätte ich da wahrscheinlich gar nicht mitkommen können, also kann man das vielleicht Glück im Unglück nennen... Also bleibt mir jetzt die Hoffnung von Tansania aus ein neues Visum für Kenya beantragen zu können. Ich bin ziemlich dankbar für diese Lösung. Gestern und heute ging es mir wegen dem Visum ziemlich schlecht, ich hatte echt Angst zurück nach Deutschland zu müssen. Es ist ja nicht so, dass ich Deutschland nicht vermisse, aber ich hab hier gerade erst angefangen und es gibt noch so viel, was ich hier erleben und lernen will.

Ich hab gerade ein Buch gelesen, das „I want to believe“ heißt („Ich möchte glauben“). Dabei geht es um die Frage, warum es so viele Religionen gibt, warum wir glauben und warum es gut ist zu glauben, und nicht nur zu glauben, sondern an Jesus zu glauben. Irgendwie hat mir das ein bisschen geholfen. Ich hab die letzten beiden Tage wirklich sehr gezweifelt. Aber dann wurde ich irgendwie auch durch das Buch daran erinnert, dass Gott einen Plan hat und dass ich fest daran glauben kann, dass Gott einen Plan mit mir hat, auch wenn Dinge ziemlich ungewiss sind. Also, Ich will glauben und ich glaube daran, dass Gott nur das Beste für mich im Sinn hat, auch wenn das bedeutet, dass ich zurück nach Deutschland muss (was ich gerade nicht hoffe!). Aber ich hab mal ein Sprichwort gehört: „Wenn Gott eine Tür schließt, öffnet er irgendwo eine andere.“ Ganz ehrlich, ich glaube, dass was passiert ist, ist das beste, was hätte passieren können. Und ich werde ein anderes afrikanisches Land kennenlernen, Tansania.

Aktuelle Gebetsanliegen sind: Danke für alles womit Gott mich hier gesegnet hat (Freunde, Veränderung, ich hab vieles gelernt, Unterstützung in so vieler Weise usw.); das Sunday School Musical, die Kinder und auch die Lehrer; die anderen Interns, die jetzt bald aufhören; Camp 360, Jugendcamp im Dezember; das Problem mit dem Geld und der Karte; mein Visum!!!, dass ich ein neues Visum in Tansania kriege und dass ich erst mal nach Tansania reinkomme (hab gehört da gibt es manchmal auch Probleme); Frieden, dass ich Gottes Entscheidungen akzeptieren kann; das Keniaprojekt, unser Leitungsteam (wir haben da ein paar Dinge, die gerade noch ein bisschen doof laufen) und die Tour nächstes Jahr; und was euch sonst noch so einfällt :)

Danke, dass ihr mich unterstützt!!!

LG eure Frieda

Zu Hause

Mittwoch, 13.11.2013

Zu Hause. In den letzten Wochen hab ich realisiert, dass ich mich jetzt richtig zu Hause fühle. Ich hab eine tolle Familie, einen Arbeitsalltag, Freunde und ich entdecke Nairobi jeden Tag ein Stück weit mehr, indem ich echt viel unterwegs bin. In den letzten Wochen nach Kamurio ist wieder relativ viel passiert.

Die Woche nach Kamurio hatten wir frei. In der Woche hatte ich auch meinen Geburtstag. Dieser war echt sehr schön. Wir Praktikanten trafen uns und verbrachten den Tag zusammen bei MJ und Rop zu Hause. Erst gab es keine großen Anzeichen auf eine Party oder besondere Anteilnahme (hab kein besseres Wort gefunden...) an meinem Ehrentag, was ich auch nicht so schlimm fand. Wir aßen zusammen, spielten Playstation 3 (ich war richtig gut, dafür dass ich das noch nie gemacht hatte) und sahen uns irgendeinen richtig bekloppten asiatischen Film an. Dann überraschten mich die anderen doch noch mit einem Kuchen (indem sie meinen Kopf erst mal schön darein stießen und mich total vollschmierten) und ein paar kleinen Geschenken. Total nett. Am Abend bekam ich noch einen Kuchen von meiner Gastfamilie. Alles in allem war es ein echt schöner Tag.

Was mich in dieser Woche ein bisschen traurig machte, war dass einer der Praktikanten entlassen wurde (wegen ein paar Dingen, die ich jetzt nicht nennen will und sollte). Auf jeden Fall war das einer, der mit mir am meisten geredet hat. An meinem allerersten Tag, an dem ich mich noch ziemlich komisch und fremd gefühlt hatte war er der erste und einzige der Interns gewesen, der mit mir geredet hatte. Naja, ich hoffe für ihn das Beste.

Der Sonntag (2.11.) war ziemlich lang und ein bisschen anstrengend. Aufgrund des Wasserprojekts in Kamurio, teilten wir Unmengen von Wasserflaschen an die Gottesdienst Besucher aus. Dafür war ich verantwortlich (also dass das alles klappt). Dann musste ich in Club J den Gottesdienst leiten, das war irgendwie ein bisschen deprimierend, weil ich das vorher noch nie gemacht hatte und mir irgendwie auch keiner so richtig zuhörte... Naja ich hoffe ich komm da noch irgendwie rein... An dem Tag sah ich dann aber noch so einige tolle Leute, die ich nicht erwartet hatte. Eine Freundin aus Deutschland (Ursiii ;)) hatte spontan beschlossen nach Kenia zu kommen und stand dann plötzlich vor mir. Später sah ich dann noch einen Freund, den ich seit über einem Jahr nicht mehr gesehen hatte und den ich auch nicht wirklich erwartet hatte zu sehen. Am Nachmittag hatten wir ein Kenia-Projekt Treffen und hatten eine echt gute Zeit (auch wenn wir nicht so viele waren). Am Montag traf ich den nächsten guten Freund und wir unterhielten uns sehr lange und tauschten uns aus. Er war kurz zuvor in Deutschland gewesen.

Die Arbeitswoche war ein bisschen deprimierend, weil ich irgendwie nicht wirklich was zu tun hatte. Ich wurde gefragt, in der Sonntagschule auszuhelfen, was ich ab dieser Woche dann auch tun werde. Am Freitag war die Hochzeit vom Sohn unseres Seniorpastors, auf der ich geige spielen durfte. Es war eine schöne Zeit dort und es waren einfach total viele Leute da, weswegen auch das Essen ziemlich knapp wurde (genau als wir an der Reihe waren, waren die Teller alle)... Am Samstag waren wir Interns bei einer Gruppe aus der Gemeinde zum Essen eingeladen. An dem Tag fand auch eine andere Hochzeit statt, auf die wir dann noch sehr spontan gingen, weswegen ich sehr unpassend gekleidet war. Da die Braut sich einfach mal um zweieinhalb Stunden verspätete, bekam ich sie leider nicht mehr zu Gesicht. Die Gemeinschaft mit der Gruppe war gut. Mein Problem ist oft immer noch die Sprache, weil sie oft in Swahili reden und vergessen, dass ich es nicht verstehe. Also kann ich oft nicht mitreden oder lachen. Auch das ist deprimierend. Aber ich lerne so gut ich kann, ich kann schon viel mehr Wörter und Sätze als am Anfang. Am Abend hatten wir dann eine Gesprächsrunde und alle erzählten, wie es ihnen ging und was sie im nächsten Jahr, nach ihrer Internshipzeit so vorhaben. Ich realisierte, wie bald, das Jahr schon vorbei ist und ich dann alleine aus dieser Gruppe übrig bleibe und ein neues Team kommt...

Am Sonntag half ich ein bisschen überall mit, am Informationstisch, in der Sonntagschule, in Club J... Ich merke richtig, wie anstrengend die Sonntage sind, weil man von 7.30 bis 14 Uhr in der Church ist... Am Montag waren wir Mädels bei der Frau einer unserer Pastoren eingeladen und hatten einen richtigen Frauentag. Wir bekamen einige gute Tipps zum Thema Frauenschaft (außerdem war eine richtige MakeUp Spezialistin da und zeigte uns richtig viele Dinge) und richtig gute Essen. Am Dienstag hab ich mich nach der Arbeit mit einer Deutschen, die nur 5 Minuten von mir entfernt wohnt getroffen und wir haben uns richtig gut ausgetauscht, es ist auch mal richtig cool jemanden hier aus der Heimat zu haben.

Was mich zur Zeit ein bisschen beschäftigt ist mein Visum. Das erste läuft ja im Dezember aus, dieses zu verlängern wird denk ich (hoff ich) mal kein Problem sein. Aber danach wird es Schwierigkeiten geben und irgendwie habe ich da gerade schon ein bisschen Angst vor. Da ich keine Arbeitserlaubnis kriegen kann, darf ich eigentlich kein Praktikum machen, also bin ich nur Tourist oder Besucher.

Natürlich ist nicht alles immer Friede, Freude, Eierkuchen. Aber vielleicht bestätigt das ja gerade dieses Zu-Hause-Gefühl, dass ich habe. Aber ich hab echt noch sehr viel zu lernen und ich hoffe und bete, dass Gott meine Schwächen für seinen Plan nutzt.

Aktuelle Gebetsanliegen: Club J, dass ich dort richtig reinfinde; die neue Interngruppe ab Januar; das KP, es gibt dort auch echt noch viel zu tun; mein Visum jetzt im Dezember und dann im März!!; Dank für eine tolle Zeit bis jetzt, ein neues zu Hause und neue Freunde!!

Und Danke, dass ihr meine Erlebnisse hier mitverfolgt und an mich denkt :)

LG eure Frieda

Kamurio

Dienstag, 29.10.2013

Kamurio. Die letzten 10 Tage hab ich an einem Ort verbracht, an den ich so nie freiwillig gegangen wäre. Ich glaube, dass eine der ungewöhnlichsten, spannendsten, abenteuerlichsten und anstrengendsten Wochen meines Lebens hinter mir liegt. Bevor ich überhaupt wusste, was mich erwartet sagte man mir, dass Leute nicht unverändert von diesem Ort wiederkommen. Was damit gemeint war hab ich auf mehr als nur eine Weise erfahren...

Kamurio liegt im Osten der Provinz Pokot nördlich von Nairobi. Dort ist es sehr heiß und trocken, es ist nicht sehr grün, die Menschen müssen weite Wege laufen, um an Wasser zu kommen, Bildung und medizinische Versorgung sind relativ dürftig. Die Menschen leben meist von Tierzucht (vor allem Ziegen, Hühner und Kühe, aber auch Kamele).

Kamurio ist seid einigen Jahren im Missionsbereich der Mamlaka Hill Chapel. Pastor Charles ist gut mit dem dortigen Missionar Pastor Kitur befreundet und so ist eine Partnerschaft entstanden, in deren Folge einige Projekte in Kamurio verwirklicht werden konnten und außerdem jährlich Leute der Mamlaka zu Missionen nach Kamurio aufbrechen. Dieses mal waren wir ungefähr 50 bis 60 Leute, die dorthin fuhren. Das diesjährige Projekt bestand darin das erste Wasserloch in Kamurio zu bohren. Am Freitag dem 17. Oktober ging's los. Mit Zwischenstopps brauchten wir ungefähr 10 Stunden nach Pokot. Glaubt mir, wenn ihr jemals dachtet eine Straße in Deutschland sei schlecht, seid ihr niemals in Kamurio gewesen... Eigentlich sind wir über Stock und Stein gefahren und unser Van befand sich (gefühlt) mehr als nur einmal in einer Lage, in der ich mein Leben an mir vorbeiziehen sah ;) 30 km vor Kamurio wurden die Männer ausgesetzt und liefen das letzte Stück. Wir kamen an und ich war geschockt... Wir wurden sehr freundlich empfangen, von vielen Frauen und Kindern mit viel Gesang und Tanz. Aber es war alles anders, als ich es mir vorgestellt hatte und ich wollte einfach nur wieder zurück nach Nairobi. Als am nächsten Morgen die anderen ankamen (die Wandertruppe) sah alles schon ein bisschen besser aus. Die meisten schliefen in Zelten. Ich durfte glücklicherweise im Haus von Pastor Kitur schlafen, wo ich auch vor den Mücken Schutz fand. Aber was mich auch am Anfang ein bisschen fertig machte war, dass es keine richtigen Toiletten und Duschen gab. Naja, man gewöhnt sich an alles ;)

Wir hatten wirklich eine gute Gemeinschaft und ich lernte viele neue Leute von Mamlaka kennen, was ziemlich gut war. Am Sonntag wurde Gottesdienst in der kleinen offenen Kirche gefeiert und es kamen sehr viele Einheimische, vor allem Frauen und Kinder. Da ich eine der drei einzigen Muzungus war (es war noch ein Amerikaner und sein Sohn mit dabei) wurde ich ordentlich angestarrt, da die Pokot Leute glaub ich nicht so an Weiße gewöhnt sind. Der Gottesdienst dauerte 3 Stunden. Alleine schon die Lobpreiszeit dauert 2 Stunden (es sangen ungefähr 4 verschiedene Chöre: Kinder, Frauen, Jugendliche und wir), dann noch unsere Vorstellung und die Predigt... Die Pokot Leute haben einen interessanten Stil zu singen. Das einzige Instrument, was sie benutzen (abgesehen von einer Rhythmustrommel) ist die Stimme. Es gibt immer einen der ein Lied leitet, also vorsingt oder Einsätze gibt und dann setzen alle anderen, meist einstimmig, ein. Die Rhythmen sind ziemlich afrikanisch (weiß nicht wie ich es besser beschreiben kann...) und die Melodie ist meist nicht sehr schwer aber auch irgendwie seltsam. Nach dem Gottesdienst und einem gemeinsamen Mittagessen fand die Zeremonie statt, in der das Wasserloch gebohrt werden sollte. Die Pokot Leute waren die ganze Zeit außer sich vor Freude und sangen und klatschten, weil sie in dieses Wasserloch sehr große Hoffnungen setzen. Als die Bohrarbeiten losgingen schreckten die meisten zurück, weil es zu laut für sie war, das war irgendwie ein witziges Bild.

Am Nachmittag führten uns einige Kinder in der Gegend herum zu einem sehr tollen Aussichtspunkt. Ich hab lange nicht mehr eine so schöne Landschaft gesehen... Wenn man in den Alpen auf einen Berg steigt, hat man auch eine wunderschöne Aussicht, aber man sieht auch viele Dörfer oder Städte. Hier hatte man eine wunderschöne Aussicht auf nichts als pure Natur und zwar Kilometerweit. Es war echt atemberaubend!! Wir freundeten uns mit ein paar von den Kindern an und machten viele Fotos mit ihnen (ein Mädchen mochte besonders meine Haare). Am nächsten Morgen fuhren die meisten wieder zurück nach Nairobi und wir 10 Interns (8 kannte ich schon und 2 waren neu im Team und sind nächstes Jahr Interns in Mamlaka, aber sind das Jahr über als Missionare in Kamurio) blieben dort und durften erst mal sauber machen ;) Wir besprachen unsere Woche. Einiges hatte sich geändert. Am Anfang hieß es, wir sollen die Kinder in der Grundschule hauptsächlich unterrichten und dann nachmittags Hausbesuche bei Einheimischen machen. Da jedoch Prüfungswoche, bestand unsere Aufgabe aus Hausbesuchen.

Am Dienstag ging's los. Außer dreien von uns, die bei der Aufsicht in den Prüfungen halfen gingen wir alle. In Kamurio wohnen nicht alle auf einen Fleck, wie in der Stadt, sondern man muss weite Wege laufen, um Menschen zu treffen. Wir liefen also ungefähr 1,5 Stunden. Zwischendurch machte ich immer wieder Halt, um Bilder von der wunderschönen Landschaft zu machen. Empfangen wurden wir dann von vielen Frauen und Kindern. Die meisten Kinder hatten nur ein Kleidungsstück. Ihr zu Hause bestand aus einzelnen kleinen Holzhütten, in denen meist nur zwei Bettgestelle aus Holz (ziemlich instabil) und eine Feuerstelle Platz fanden. Aber das Bild war einfach wunderschön, im Hintergrund Berge und eine tolle Aussicht und dann diese Menschen und ihre Holzhütten... Muss man gesehen haben, um sich das richtig vorzustellen. Meine Gruppe (mit mir dort waren noch Sylvia und Joy) wurden freundlich in eine der Hütten eingeladen und dann wurde erst mal gesungen. Die meisten Leute können nur Pokot sprechen und so musste jemand immer das Suaheli von Sylvia oder Joy in Pokot übersetzen. Wir stellten uns alle vor und als ich an der Reihe war, musste Joy mich in Suaheli übersetzen, damit die eigentliche Übersetzerin in Pokot übersetzen konnte... Es war kompliziert! Sylvia predigte über Jesus, als das Licht der Welt und die Frauen waren soo offen und dankbar dafür. Drei von ihnen bekehrten sich danach sogar. Außerdem gaben sie uns Namen. Joy wurde Chepiepie (keine Ahnung wie das geschrieben wird...) genannt, was so viel wie Freude in Pokot heißt und ich wurde Cheruto genannt. Das bedeutet, dass ich jemand bin, die weit weg geboren wurde (ich hab ihnen gesagt, dass ich aus Deutschland komme und dass es dort ganz anders ist, als in Kamurio). Nach der Andacht und Gebet (die Frauen nannten uns einige Gebetsanliegen, für die ich beten sollte) wurden wir mit Chapati und Tee versorgt. Ich machte einige Fotos von den Frauen und auch von ein paar Kindern mit ihren Ziegenherden. Einige Kinder können dort nämlich nicht zur Schule gehen, weil sie sich um ihre Ziegen kümmern müssen. Ich hab ihnen gesagt, dass ich die Fotos die ich gemacht habe meinen Freunden in Deutschland zeige, damit diese für sie beten können. Ich hab ihnen auch gesagt, dass sie auch für die Leute in Deutschland beten sollen, weil diese Gott genauso brauchen. Es war total schön und trotz der Sprachbarriere verstanden wir uns sehr gut. Ich lernte auch einige Pokot Wörter, wie „Karamnjoman“ (Hallo, also eine Begrüßung) und „Seranjoman/Seranjowo“ (Vielen Dank/Dank Dir). Als wir schließlich aufbrechen wollten kam eine Frau mit zwei Hühnern an und drückte sie mir und Joy in die Hände. Ich hab noch nie ein Huhn getragen, 1,5 Stunden lang durch die Hitze Afrikas... Es war echt eine krasse Begebenheit für mich. Außerdem ist ein Huhn echt ein wertvolles Geschenk und ein Ausdruck von tiefer Dankbarkeit. Das hat mich echt gerührt. Ich hab das Huhn dann „Kalya“, also „Frieden“ genannt. Ratet mal, was es am Abend zu Essen gab... Am nächsten Tag besuchten wir zwei Häuser, diesmal mit Noel und MJ. Es lief ungefähr gleich ab, wir hatten eine gemeinsame Andacht, beteten, machten Fotos und wurden daraufhin mit Chapati und Chai versorgt. Später sagte man mir, dass der eine Tee mit Kamelmilch serviert worden war, es war echt lecker. Da das eine Haus (oder eher Holzhütten Ensemble) auf dem Weg lag, besuchten wir gleich zwei verschiedene Familien. Beim zweiten Hausbesuch wurde mir ein zweites Huhn geschenkt. Ich konnte es echt nicht fassen! Ich nannte es dann „Kuku Mbili“, was soviel wie „Huhn 2“ bedeutet (obwohl es eigentlich ein Hahn war). Es war wirklich schön und ich hab die Zeit echt genossen, in der wir bei den Leuten zu Besuch waren.

Am nächsten Tag gingen wir in die Schule, um zu unterrichten und mit den Kindern die Prüfungen durchzugehen und ihnen zu erklären, was sie nicht verstanden hatten. Ich war mit MJ und Jotham in der 7. Klasse (dort gehen aber teilweise auch Schüler in meinem Alter hin), um Mathe zu unterrichten. Ich muss sagen, ich fühlte mich echt dumm... Zum einen hatte ich einige Sachen wieder vergessen, zum anderen hatte ich einige Dinge anders gelernt und so half ich nur bei 2 oder 3 Aufgaben von vielen... Naja, am nächsten Tag unterrichtete ich Englsich in der 5. Klasse mit Jotham. Diese Kinder sind wirklich schlau! Sie verstehen schnell und gut, aber das Problem in der Schule ist, dass es nur 2 Lehrer für 7 Klassen gibt... Und es gibt wirklich sehr viel zu tun. In den unteren Klassen können viele Kinder nicht mal Grundlagen der englischen Sprache, was echt traurig ist.

Am Donnerstag Nachmittag hatten wir eine Frauenstunde. Viele Frauen der Umgebung, auch viele, die wir besucht hatten kamen und wir sangen, hatten eine Andacht und tranken Chai. Wir redeten mit ihnen über Wasser und Krankheiten, über ihre Hoffnungen, die sie sich von dem Wasserloch versprechen und einiges mehr. Es war eine gute Zeit auch wenn ich das meiste nicht verstand, da überwiegend Suaheli und Pokot gesprochen wurde. Am Freitag trafen wir uns dann mit der Jugend. Wir kochten zusammen (Ziegenfleisch, zum Glück wurde mir erst die Ziege gezeigt nachdem sie geschlachtet worden war...) und hatten Gemeinschaft bei einem Lagerfeuer. Wir spielten Spiele und stellten uns gegenseitig vor. Und dann redeten wir über einige Jugendthemen. Die meisten von den Jugendlichen sind von der Schule und sind Jungs. Sie schlafen die Woche über in Schlafräumen, ich weiß nicht genau, ob das so eine Art Internat ist oder ob sie da einfach schlafen dürfen, weil sie in die Schule gehen. Wir haben nämlich von einem der Hausbesuche mitbekommen, dass Jungs ab einem bestimmten Alter nicht mehr zu Hause, sondern draußen schlafen. Die bekommen dann auch den Regen und so was ab... Kulturschock! Ich stell mir vor, wie mein Bruder einfach mal im Garten schlafen muss, weil nicht genug Platz ist. Ich glaub nicht, dass er das mehr als eine Nacht aushalten würde :P

Am Samstag ging es dann noch zu einem letzten Hausbesuch, diesmal mit einer größeren Gruppe (Sylvia, Joy, Jotham, MJ und ich). Es war einfach total cool! Nachdem wir uns vorgestellt, gebetet und die Andacht gehalten hatten ging es los mit dem Singen. Diesmal sangen auch wir was auf Englisch vor, wir tanzten zusammen und ich musste sogar was auf Deutsch singen („Heilig, Heilig, das Lamm Gottes“). Nachdem wir viele Fotos gemacht hatten wollten wir aufbrechen und die vielen Kinder und Frauen folgten uns singend... Es war echt total schön. Am Sonntag war wie zu erwarten Gottesdienst. Wieder 3 Stunden lang. Einer unserer Interns, Rop, predigte und sprach über die Liebe Gottes (weswegen er jetzt von allen immer Pastor Love gennant wird). Außerdem sangen auch wir wieder einige Lieder in Suaheli (ja, ich kann jetzt so einige Suaheli Lieder singen) und dann bekamen wir Geschenke. Zuerst bekam jeder von uns ein Flasche Honig, der wirklich sehr lecker ist. Und dann ging's los. Cheruto ist jetzt dort eine Berühmtheit, alle kennen mich unter diesem Namen. Also wurde mir, Cheruto höchstpersönlich, ein Geschenk überreicht, dass ich nicht erwartet hatte... Ich bekam eine Trage für Babys aus Ziegenfell mit ganz vielen Perlen. Noch dazu wurde mir überraschenderweise ein Baby auf den Rücken geschnallt! Ich war überfordert und das Baby heulte lauthals. Aber es war echt witzig und alle mussten echt lachen angesichts dieses seltsamen Moments... Ich bedankte mich natürlich auf Pokot („Seranjoman“).

Jetzt noch zu unserer Gruppe. Ich kann wirklich sagen, ich hab in dieser Woche sehr gute Freunde gefunden! Wir hatten einfach echt eine tolle Gemeinschaft und haben so viel gelacht und miteinander an Erfahrungen gesammelt. Wir hatten jeden morgen eine Andacht und Gebetszeit, was echt gut war. Wir mussten viel kochen und verbrachten sehr viel Zeit zusammen in der Küche. Wenn wir ein paar freie Momente hatten, setzten wir uns zusammen und spielten irgendwelche witzigen Spiele (Kennt ihr Tat oder Wahrheit??). Auch die Missionare, bei denen wir wohnten (Pastor Kitur und seine Frau Martha) waren wirklich unglaublich nett und haben uns viel geholfen. Am Sonntagabend sind dann noch einige Leute gekommen, um uns nach Hause zu geleiten (unser „Boss“ Mwangi, ein Intern Ambrose, Pastor Alice und ihr Mann).

Ich kann nach dieser Woche sagen, dass mich die Zeit in Kamurio verändert hat. Ich hab eine neue Lebensperspektive und ich werde nie wieder Dinge so selbstverständlich sehen (z.B. Schule, Wasser). Die Nöte dieser Frauen sind so anders, als die Nöte in unserer Gesellschaft. Ich glaube, Gott hat mich vor diese Herausforderung gestellt, um mir das klar zu machen. Aber auch wenn diese Menschen so anders und ungewöhnlich (für mich) leben, sind sie doch soo lebensfroh und offen, auch für Gott. Ich glaube, Gott hat viel mit diesem Ort vor. Es muss noch viel getan werden, aber die ersten Schritte wurden in den letzten Jahren getan. Vielleicht ist es das, was einen verändert, wenn man nach Kamurio geht. Man sieht, was man mit Gott erreichen kann. Gott verändert einen an den unterschiedlichsten Orten. Auch wenn ich am Anfang diesen Ort gehasst habe, hat er jetzt irgendwie einen besonderen Platz in meinem Herzen und ich werde hoffentlich noch mal die Möglichkeit haben, dorthin zu gehen.

Aktuelle Gebetsanliegen sind: Dank für die schöne Zeit in Kamurio; für Gesundheit; betet für die Menschen in Kamurio; für das Wasserprojekt, dass es erfolgreich ist; für die Männer in Kamurio, die meistens nicht bekehrt sind oder zur Kirche gehen; für die Frauen, dass sie Jesus Liebe einfach im Herzen tragen können und immer mehr von ihm erfahren; für mehr Bibeln, es gibt dort nur wenige Audiobibeln in Pokot, da viele nicht lesen können; für die Kinder, das alle die Möglichkeit haben zur Schule zu gehen und nicht nur Ziegen hüten müssen; Bewahrung vor Krankheit, wie Malaria; für Lehrer für die Grundschule, aber auch für die Sonntagschule; Pastor Kitur, seine Familie und ihre Arbeit in Kamurio; für die Tiere, die öfters an Krankheiten sterben, aber Lebensgrundlage sind; für Sylvia und Njeri, die nächstes Jahr dort als Missionare sein werden; usw.

Lg die Frieda

  Holzhütten und Aussicht Die Frauen beim erstn Hausbesuch Die Kinder und ihre Ziegen Kalya, mein erstes HuhnAm Abend gabs dann Huhn zum essen... 2. Hausbesuch 3. Hausbesuch Kuku Mbili Die Bohrer Frauennachmittag mit Sylvia und Njeri Englischunterricht in Klasse 5 4. Hausbesuch Kinder von Kamurio Kinder und Frauen folgen uns singend

Welcome to Kenya

Mittwoch, 16.10.2013

Die letzte Woche war mal wieder sehr ereignisreich. Ich bin jetzt offiziell in Kenia angekommen. Das hängt mit mehreren Faktoren zusammen, die ich im folgenden näher beleuchten werde ;)

Am Freitag hatten wir mal wieder ein Treffen mit den Leitern für das Jugendcamp im Dezember, und zwar in der Ngong Road in der Nairobi Chapel. Um dorthin zu kommen musste ich Matatu fahren. Nicht dass ich das nicht schon vorher mal gemacht hab, ich bin nur nie alleine gefahren und auch noch eine Strecke, die ich nicht kannte... Fragt mich nicht wieso, aber ich hatte irgendwie ein bissel Schiss (entschuldigt diese Wortwahl, aber das beschreibt's am besten). Naja im Endeffekt war es mega einfach, man muss einfach nur so tun als ob man weiß wo man hin will, auch wenn man's nicht wirklich weiß... Hoffe das ist jetzt irgendwie logisch ;) Also Punkt 1: Alleine Matatu fahren ist kein Problem mehr für mich.

Wir Interns bereiten uns gerade auf eine 10-tägige Mission nach Kamurio vor, das ist nördlich von Nairobi. Dort ist es ziemlich heiß und trocken und es gibt nicht sehr viel Wasser, aber dazu später mehr. Uns wurde gesagt, dass vor allem die Frauen dort Röcke und traditionelle Kleidung tragen und wir uns dem anpassen sollten. Wer mich kennt, weiß dass ich nicht grade viele Röcke im Kleiderschrank habe... Also war ich am Samstag mit zwei von den Interns (Mädels) zum „shoppen“ verabredet. Auch wenn wir die Nachricht bekommen hatten, dass das mit den Röcken nicht so wichtig ist gingen wir zum größten Markt in Nairobi, Gikomba. Das ist nicht gerade ein Ort wo viele Touristen hingehen, also eigentlich war ich die einzige Weiße auf dem ganzen Gelände, weswegen ich mich ein bisschen wie ein Promi fühlte (in einem negativen Sinn). Auf jeden Fall hab ich jetzt voll und ganz das Wort „Muzungu“ („Weiße“) verstanden. Das bezieht sich glaub ich nicht nur auf deine Hautfarbe, sondern auch auf dein Geld. Die Leute wollen, dass du bei ihnen einkaufst, betatschen dich, schreien dir nach und machen irgendwelche bescheuerten Kommentare auf Suaheli (zum Glück hatte ich zwei Übersetzerinnen). Naja, es war eine Erfahrung wert. Wichtig ist, dass man sich als Weiße nicht von irgendwelchen Leuten vollquatschen lässt, dass man sein Hab und Gut immer im Auge behält und dass man nicht in der Öffentlichkeit (auf solchen Märkten) telefoniert, das bestätigt nämlich nur das Bild, dass sie von Muzungus haben... Die gute Sache ist, dass es wirklich sehr billig ist (wenn du mit Kenianern da bist, alleine wäre das sehr viel teurer). Ich hab einen Rock und zwei richtig schöne Tücher für umgerechnet 5 Euro bekommen. Also Punkt 2: Ein Muzungu auf einem der größten, untouristischsten (ich hoffe das Wort gibt’s) Märkten in ganz Ostafrika ist eine Erfahrung wert.

Irgendwann wurde es dann echt mega heiß. Da ich meine Sonnencreme nicht mitgenommen hatte (was echt ein bissel bescheuert von mir war), hatte ich einen richtig schönen fetten Sonnenbrand hinterher, naja ich zähl das jetzt mal nicht als Punkt 3. Als wir fertig waren, gings zurück in die Stadt, von da aus nahm ich ein Matatu Richtung Westlands, wo ich wohne. Die ganze Zeit auf dem Markt und auch zurück in der Stadt hielt ich meine Tasche, in der sich Portmonaie, iPod und Handy befanden ganz fest, da ich die Vorstellung eins davon zu verlieren nicht so geil fand... Naja wie gesagt saß ich nun in diesem Matatu und als ich ausgestiegen war und auf meinem Handy die Zeit checken wollte, weil wir ein KP Treffen hatten, merkte ich dass es weg war... Super! Zu hause probierten wir es anzurufen und tatsächlich ging irgendein Typ ran und meinte er habe es gefunden und würde es zurückbringen. Wir gingen also zur Haltestelle und warteten und probierten tausendmal mein Handy anzurufen, aber der Typ hatte anscheinend schon die Sim Karte entfernt... Tja so läufts halt, viele sagten mir danach: „Welcome to Kenya“. Hätte mir auch ein schöneres Wilkommen vorstellen können... Also Punkt 3: Vertraue dem Typen neben dir im Matatu nicht (naja am besten vertraue keinem den du nicht kennst ;)).

Gestern hatten wir unser großes Staffmeeting und erfuhren eine echt schockierende Story, einer unserer Pastoren wurde in seinem Auto von bewaffneten Männern überfallen und ihm wurde fast alles gestohlen. Wenn ich im Vergleich dazu an mein gestohlenes Handy denke, dann kann ich mich eigentlich glücklich schätzen, dass mir nicht mehr passiert ist, außer dass ich ein olles Handy verloren hab... Pastor Lenny hat nicht nur sein Hab und Gut verloren, sondern wurde von bewaffneten Männern bedroht und war danach froh noch am Leben zu sein... Ich finde es zwar schade um einige echt coole Fotos und Nachrichten und ich war echt wütend, aber das kann man ersetzen (ich hab übrigens ein neues Handy). Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es einem nach so einem Überfall gehen muss, denn das was du seelisch bei so etwas verlierst, kann man nicht so einfach ersetzen!

Ich hab ja schon die Mission nach Kamurio erwähnt, auf der ich nächste Woche bin. Am Freitag Morgen geht’s los. Vom 18. bis 21. Oktober werden viele Leute dort sein, weil Mamlaka dort ein Wasserprojekt hat. Ab Montag werden nur 8 von uns Interns dort bleiben, für eine ganze weitere Woche. Wir werden dort in der Grundschule unterrichten und kochen. Beides Dinge, in denen ich wirklich sehr viel Erfahrung habe... Dazu kommt, dass ich Naturwissenschaften unterrichten darf. Noch so eine Sache, die ich sehr gut beherrsche. Oh, und die meisten Kinder dort sprechen nicht wirklich Englisch. Eine tolle Chance für mich, mein gutes Suaheli anzuwenden ;) Das kommt jetzt alles sehr sarkastisch, aber ehrlich gesagt freu ich mich auch schon ein bisschen auf die Woche. Erinnert ihr euch an meinen ersten Blogeintrag? Ich habe geschrieben, dass ich von Gott vor Herausforderungen gestellt werden möchte. Und das ist eine dieser Herausforderungen, bei denen du denkst: „Super, wie bitte soll ich das anstellen???“ Gott hat einen Plan und er möchte, dass ich dort mit hingehe, also werde ich es tun. Ich glaube, dass ich dort viel lernen kann. Und ich glaube an Gottes Versprechen, dass wir mit ihm Berge versetzen können. Naja für den Unterricht werde ich zum Glück jemanden haben, der für mich übersetzt und vielleicht hab ich da ja auch einen Muzungu Bonus ;) Punkt 4 würde für mich sein, Malaria zu kriegen und da in Kamurio eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, diesen auch noch zu erfüllen, bin ich diesbezüglich schon ein bisschen besorgt, auch weil es dort keine wirklich gute medizinische Versorgung gibt... Ich werde viel Mückenspray und Anti Malaria Tabletten nehmen.

Ich hoffe dieser Blogeintrag klingt für euch nicht zu negativ, weil es mir eigentlich echt gut geht! Und ich glaub ich bin nicht in Kenia angekommen, weil ich mit Muzungu angeschrien werde oder weil mir mein Handy im Matatu geklaut wurde, sondern weil ich hier eine neue Familie, Freunde und eine tolle Gemeinde gefunden habe und ich mich schon wie zu Hause fühle. Leider gibt es keinen neuen Fotos, da meine Kamera aus meinem Handy bestand, weswegen das mit den Fotos gerade leicht problematisch ist ;)

PS: Aktuelle Gebetsanliegen sind: Pastor Lenny, der überfallen wurde und der damit denk ich immer noch zu kämpfen hat; die Mission nach Kamurio – Erfolg in dem Wasserprojekt; dass ich trotz meiner Einschränkungen in Kamurio was erreichen kann; dass wir Interns eine tolle bereichernde Zeit haben; dass ich keine Malaria bekomme; Camp 360 usw.

LG die Frieda

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